Die Ansage war klar – geht es nach Norwegen, dann nicht wie sonst über Kiel nach Oslo, sondern für einmal von Hirtshals nach Kristiansand.
Ein Katamaran, der mehr Performance-Show als reiner Transport ist. Zwei Rümpfe, verbunden durch einen zentralen Body, ergeben ein stabiles, grosszügiges Layout, das Platz für bis zu 400 Fahrzeuge bietet. Nein, hier geht es nicht um eine gemütliche Kreuzfahrt, sondern um eine beeindruckende Nutzlast, die man so nicht alltäglich sieht.
Üblicher Schiffsdesigns? Vergiss den Mast, vergiss Segel. Stattdessen pustet ein leistungsstarker Jetantrieb die Konstruktion mit 37 Knoten durch das Skagerrak. Ja, richtig gelesen: 37 Knoten. Das Ding scheut weder Wellen noch Zweifel, es nimmt die See mit einer Selbstverständlichkeit, die man selten erlebt. Die 109 Meter des Katamarans erinnern an einen liegenden Wolkenkratzer, zumindest verglichen mit der Wasserlinie.
Das dritte Obergeschoss ragt deutlich darüber hinaus – höher als jeder Sprungturm, was den Passagieren eine Perspektive bietet, als könnte man das Meer von oben betrachten, während die Luft in den Haaren ihre Kraft entwickelt.

Effizient, Imposant und Kompromisslos
Für die Passagiere ist es mehr als eine reine Beförderung. Die Überfahrt wird zur Erfahrung, besonders bei Wellengang. Die Kombination aus befeuerter Geschwindigkeit, architektonischer Klarheit und der gezielten Sitzplatzanordnung sorgt für ein intensives Erlebnis, das sich nachhaltig ins Gedächtnis brennt. Moderne Technik trifft auf einen speziellen Anspruch an Komfort und Erlebnisqualität im Linienverkehr, der sich deutlich von herkömmlichen Fähren oder Katamaranen unterscheidet. Dieses Fahrzeug ist kein blosses Verkehrsmittel, sondern ein Statement: effizient, imposant und kompromisslos in der Frontline des Seensports.






Kompromisslos war auch die See. Erst von der freundlichen Art, doch zeigst du der See mal kurz den Rücken, schaltet diese auf störrisch. In der Folge Crewmitglieder unzählige Tüten verteilen mochten. Nicht für den Tollfree Einkauf, wohl mehr für den auf den Magen schlagenden Wellentanz. Die einen, wenn auch mit Tüte konfrontiert, nahmen es erstaunlich Locker, andere wiederum suchten sich den kürzesten Weg nach hinten zum Balkon. Ebenfalls mit Tüte bepackt sahen die sich mit dem Engpass Türe vor der erlösenden Reeling konfrontiert – warum baut man auch so schmale Türen ein. Nach einem 80 Meter Sprint zum Balkon im Heck der FSTR, wirst du wegen einer zu schmalen Türe ausgebremst. Nein, DER Türsteher war nicht schuld. Der Rest gehört dann zu Thema „unerwünschter Dresscode“.
- Saison: Der Katamaran verkehrt hauptsächlich in der Sommersaison
- Fahrzeit: Die Überfahrt dauert ca. 2 Stunden 15 Min. bis 2 Stunden 25 Min.
- Kapazität: Bis zu 1.200 Passagiere und 400 PKW (auf zwei Decks)
- Nachhaltigkeit: Der Katamaran ist durch eine optimierte Rumpfform umweltfreundlicher als die frühere „Fjord Cat“
Vigeveien 80
Ein paar Schritte von der Nebenstrasse entfernt, da wo das Navi kurz vor der Aufgabe steht, kreuzen die Elche deinen Weg. Genau da, inmitten der norwegischen Südküste, steht versteckt unser Haus. Folge einfach der gestrichelten Linie resp. der „Jeans-Naht“. Wenn du zur Überzeugung kommst deine Fahrt führe ans Ende der Welt, führt dich diese in einer Wegbreite weiter, bei der jeder «SUF» seinen Beifahrer als Lootse für entgegenkommende abkommandiert.
Ja Norwegen hat hier auch noch ein paar Fleckchen Land.
Es ist der perfekte Ort, um die Schönheit der Südküste Norwegens zu geniessen. Nur einen Steinwurf entfernt befindet sich Lindesnes, der südlichste Punkt des Festlandes. Ein kurzes Stück weiter südlich erreicht man Kristiansand, eine lebendige Stadt mit Charme und Küstenflair. Und wenn man nach Norden fährt, kommt man schnell nach Stavanger, bekannt für seine beeindruckenden Fjorde und die alte Holzarchitektur. Die Lage als Ausganspunkt für Erkundungen und entspannte Tage in der Natur ist einfach ideal!
Nach insgesamt nicht wenigen Autokilometern, einer turbulenten Überfahrt mit gefühlstechnischen Achterbahnfahrten, die von euphorischem Lachen bis zu verzweifeltem „Brauche eine Tüte!!“ reichten, war die Anreise endlich geschafft. Vor uns lag nun die Herausforderung, das ganze Gepäck im Haus zu verstauen – das war fast schon ein olympischer Sport!




Die ersten Müdigkeitserscheinungen waren nicht zu verbergen. Die Überlegung, ob ich mir nicht einfach einen Koffer als Bett umfunktionieren sollte, lag in Griffweite. Ich kämpfte mit überdimensionierten Koffern, die sich anfühlten, als hätten wir die Garderobe für das kommende Jahr eingepackt. Während wir uns in diesem Chaos befanden, liess uns der Himmel auch nicht im Stich. Bei unserer Ankunft schien er voller Freude und widmete uns ein paar Tränen – als ob er unser elendes Gepäckspiel kommentieren wollte. „Lasst mich euch noch ein bisschen den Schweiss abspülen“, schien er zu sagen, während ich mit einem Koffer die Treppe hochjonglierte.
Wir schafften es schliesslich, das Gepäck unterzubringen – mehr oder weniger. Ein paar Koffer standen nun stolz im Flur, als wären sie die neuen Mitbewohner. „Willkommen im Chaos!“, rief ich fröhlich, als ich die letzten Reste von unserem Ausflug ins Haus schleppte.
Und während der Regen draussen weiter plätscherte, fühlte ich mich plötzlich wie in einem gemütlichen Film – nur dass ich die Hauptrolle in der Komödie des Gepäckmanagements spielte.





Der Wald bei unserer Ankunft und bei der Abreise 2 Wochen später

17.Mai – der Geburtstag
In Norwegen wird der Nationalfeiertag am 17. Mai mit grossem Pomp und Feierlaune zelebriert. Es ist ein Tag voller Freude, an dem die Norweger ihre Unabhängigkeit und die Verfassung von 1814 feiern. Die Strassen sind geschmückt mit Fähnchen und bunten Ballons, während die Menschen in traditionellen Trachten, den sogenannten „Bunaden“, durch die Stadt ziehen.
Die Umzüge sind das Herzstück der Feierlichkeiten. Kinder und Jugendliche marschieren stolz mit ihren Schulen, während Musikvereine und Blaskapellen die Menge mit fröhlichen Melodien anfeuern. Es ist ein Anblick voller Farben und Lebensfreude, wenn die Menschen zusammenkommen, um zu tanzen und zu singen. Politiker halten Reden, um an die Bedeutung des Tages zu erinnern und die Werte der norwegischen Gesellschaft zu betonen.

Und dann kommt der Teil, auf den alle wirklich warten: das Essen! Überall duftet es nach Würstchen, frisch gebackenem Brot und süssen Leckereien. Es gibt Eiscreme, Waffeln und die berühmten norwegischen „Kransekake“, eine köstliche Mandeltorte, die oft bei besonderen Anlässen serviert wird.
Das Zusammensitzen, Lachen und Feiern ist ein fester Bestandteil des Tages. Die Menschen stossen mit ihren Getränken an, erzählen Geschichten und geniessen die Zeit miteinander. Es ist ein Tag des Zusammenhalts, an dem die Norweger stolz auf ihre Kultur und Traditionen sind.
Claudia hingegen hat ihren eigenen persönlichen Feiertag, der zwar nicht so gross gefeiert wird wie der Nationalfeiertag in Norwegen, aber für sie dennoch von grosser Bedeutung ist. An diesem Tag nimmt sie sich Zeit für sich selbst, um ihre Erfolge und die kleinen Dinge im Leben zu feiern. Schliesslich, wer braucht schon «Umzüge», wenn man im eigenen Wohnzimmer das grosse Fest zelebrieren kann
Es ist ein Tag, an dem sie sich auf die schönen Erinnerungen des letzten Jahres zurückbesinnt und neue Ziele für die Zukunft setzt. Musik spielt eine grosse Rolle, und sie tanzt gerne durch ihr Wohnzimmer, während sie ihre Lieblingslieder hört. Auch hier gibt es Reden, jedoch sind es ihre eigenen Gedanken und Reflexionen, die sie mit ihren Freunden teilt.
So unterschiedlich die Feierlichkeiten auch sein mögen, sowohl in Norwegen als auch bei Claudia geht es letztendlich um Gemeinschaft, Freude und das Feiern von Momenten, die das Leben lebenswert machen.

Michel, Regula und Caitlin kamen für ein paar Tage auf Besuch. Caitlin war auf einem Kurztrip, während Regula und Michel noch ein paar Tage in Richtung Ålesund weiterreisen wollten. Wir hatten so viele Tipps, dass wir fast nicht aufhören konnten, von den Sehenswürdigkeiten entlang der Route zu schwärmen. Aber während wir von den herrlichen Fjorden, Landschaften und Dörfern erzählten, war das Wetter draussen alles andere als einladend. Es schüttete wie aus Kübeln, und die Wolken hingen so tief, dass man dachte, sie könnten gleich einen Regenschirm aufspannen. Die erste Woche war ein einziger Wettlauf gegen die Wettervorhersage.
Dem Wetter zum Trotz konnten wir zusammen ein paar Ausflüge machen. Ein paar Tage später machten sich unsere Gäste auf den Weg. Caitlin verabschiedete sich, um nach Hause zu reisen, und Regula und Michel auf dem Weg Richtung Ålesund an. Wir standen am Fenster und winkten ihnen nach, während wir sarkastisch riefen: «Das Wetter könnt ihr gerne mitnehmen!» Bergen, die Stadt der Regenfälle!
Kaum waren sie weg, da kam die Sonne zum Vorschein. Sie lächelte uns an, als hätte sie nur darauf gewartet, dass unsere Gäste das Haus verlassen.
Regula und Michel hatten das feuchte Wetter mitgenommen, und wir waren uns sicher, dass sie in Bergen jetzt im strömenden Regen stehen und sich fragen, warum sie nicht einfach bei uns geblieben sind.
An den folgenden Tagen konnten wir das schöne Wetter in vollen Zügen geniessen, während unsere Gäste in Bergen unter dem typischen Wolkenmantel der Stadt litten. Vielleicht sollten wir ihnen ein paar Sonnenstrahlen per Post schicken – nur um sicherzugehen, dass sie wissen, wie es sich anfühlt, wenn die Sonne scheint!
FARSUND
Farsund, die charmante Küstenstadt in Südnorwegen, hat eine unrühmliche Vergangenheit als „Seeräuberstadt“. Weiss darüber mehr Geschichten zu erzählen als ein betrunkener Matrose in einer Hafenkneipe! Eine idyllische Küstenstadt in Südnorwegen soll ein Zentrum für Kaperfahrer gewesen sein? Während die Engländer versuchten, ihre Schiffe zu schützen, schlichen sich die norwegischen Piraten in der Nacht an, bereit, die Beute zu machen. Die Stadt lag so gut versteckt in den Schären, dass man meinen könnte, sie habe einen geheimen Pakt mit Poseidon geschlossen.
Kein Grund die Tatsache, das Ganze zu verschweigen, wird jedes Jahr im Juli Farsund zum Schmelztiegel der Piratenkultur, wo die Stadt sich in ein historisches Piratendorf verwandelt. Das Hafenbecken, gefüllt mit Schauspielern, die sich in wilde Piraten verwandeln, während sie auf eine englische Fregatte feuern – und nicht nur mit Wasserpistolen! Das Stück basiert auf wahren Begebenheiten und erzählt von dem Tag, als die Stadt unter Beschuss geriet, während die Männer sich auf Kaperfahrt befanden. Während der Napoleonischen Kriege im frühen 19. Jahrhundert war sie ein Zentrum für Kaperfahrer, die von hier aus ihre Überfälle auf englische Handelsschiffe starteten. Mit Kaperbriefen vom dänisch-norwegischen König waren diese Raubzüge legitimiert.
Die Strassen sind gesäumt von Menschen, die Musik spielen, tanzen und sich wie echte Piraten kleiden. Nimm Hut und Augenklappe, mach dich bereit, den Piraten in dir zu wecken! Denn in Farsund sind die Wellen nicht die einzigen, die schlagen – auch die Herzen der Piraten schlagen hier im Takt der alten Geschichten!



GIGANTEN DER SEE
Stadt des Öls und der Kreuzfahrtschiffe – Stavanger
Heute ging’s mit dem Auto früh los, Ziel: Stavanger, die Stadt des Öls an der norwegischen Küste. Der Tag sollte bewölkt, dennoch trocken bleiben, und so kamen die 176 km leichter unter die Räder.
Die ersten Schritte in der Stadt sind geprägt von der beeindruckenden Kulisse der riesigen Kreuzfahrtschiffe, die am Hafen festmachen. Diese schwimmenden Giganten sind nicht einfach nur Boote; sie sind wie schwimmende Wolkenkratzer, die die Skyline der Stadt dominieren. Wenn man vor einem solchen Schiff steht, fühlt man sich winzig, fast wie ein Kind, das vor einem riesigen Spielzeug steht, und man kann sich leicht vorstellen, dass die Stadt für einige Stunden zum Spielplatz für diese Menschen wird. Die Passagieranzahl übersteigt dabei oft die Einwohnerzahl einer ganzen Gemeinde und man fragt sich, ob ein solcher Gigant gar eine eigene Postleitzahl hat?
Es sind Giganten – MSC Vituosa / 331 Meter 6334 Pax




Kaum am Pier festgetäut, ein erster Souvenirshop, welcher gekapert werden muss. Bereits erwartet werden die «Ich will was erleben»-Junkies. Nicht die Achterbahn soll es für einmal richten, 2 × 350 PS Richtung Preikestolen sollen es sein. Geradezu lautlos die PS aus dem Hafen auslaufend. Erste Wetten über entleerte Mägen werden entgegengenommen.

Als die Sonne kurz zwischen den Wolken hervorlugte, nutzten wir die Gelegenheit für einen Spaziergang durch die Altstadt Gamle Stavanger. 173 kleine weisse Holzhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe und haben durch die Denkmalpflege einen hohen Schutzstatus erlangt., enge Gassen und Kopfsteinpflaster. Hier spürt man die Geschichte und das ruhige Leben vergangener Zeiten.
Ganz anders als der Rest der Stadt, zwar vom Ölboom geprägt, doch Stavanger bietet zahlreiche herrliche Sehenswürdigkeiten und interessante Museen, die einen Besuch wert sind. Sei dies die Strassenkunst, Gastronomie, Kultur, umgebenden Inseln sowie die Nähe zu atemberaubenden Naturattraktionen.

Als die Wolken sich wieder zusammenziehen und Nieselregen einsetzt, verändert sich die Stimmung nicht. Im Gegenteil, es schafft eine gemütliche Atmosphäre. Ein Mittagessen bei EGON ist die ideale Möglichkeit, erste Eindrücke der Stadt Revue passieren zu lassen. Die Speisekarte lässt dabei keine Wünsche offen. Stavanger ist nicht nur ein Ziel für Kreuzfahrtschiffe, sondern auch ein Ort, an dem man gut essen und trinken kann. Im Anschluss ein kurzer Spaziergang durch die neue Altstadt mit unbegrenzten Möglichkeiten zum Shopping









Nach «Büroschluss» der Weg zurück nach Farsund – 176 Kilometer. Zu fünft und nicht wie die heutige MSC Virtuosa mit 6334 Passagieren ein Gigant auf See, allerhöchstens der Strasse.
Rückblickend: Stavanger bietet eine faszinierende Mischung aus modernem Wirtschaftszentrum und charmantem historischem Flair. Die Stadt hat viel zu bieten, und auch wenn das Wetter nicht immer mitspielt, ist es diese Reise definitiv wert. Ein Besuch in Stavanger ist wie ein kleiner Kurzurlaub, der einen in eine andere Welt entführt – eine Welt voller Abenteuer, Geschichte und norwegischer Gastfreundschaft.
SONNE KÄMPFT
Nach einer Woche mit mehr oder weniger greifbaren Wolken, die sich wie ein schüchterner Nachbar hinter dem Vorhang verstecken, und dem dazugehörigen Regen, der uns das Gefühl gibt, wir leben in einem überdimensionierten Wasserkocher, ist es endlich soweit: die Sonne zeigt sich! Aber nicht einfach so, oh nein! Sie bringt ihre fiesen Blenderscheinungen mit, die uns glauben lassen, wir könnten im T-Shirt auf die Strasse gehen, während wir eigentlich in einer frostigen 9-Grad-Umarmung feststecken.
Bei 16 Grad überlege ich tatsächlich, ob ich die dicke Jacke gegen ein leichteres Stück Stoff eintauschen kann. Spätestens bei der Marke 20 Grad ist es dann so weit: Die Suche nach dem nächsten Einkaufszentrum, schon fast als Notfall eingestuft.
Flekkefjord, die charmante Küstenstadt, die uns mit ihren weissen Holzhäusern und der bunten Street Art die Sorgen um das Einkaufen vergessen lässt. Gilt die Aufmerksamkeit vorerst dem Stadtteil Hollenderbyen, stehen die kleinen, weissen Häuschen eng beieinander und bieten den perfekten Hintergrund für ein Instagram-Foto, das garantiert mehr Likes bekommt als das letzte Bild von einem schüchternen Kater.
Die gepflasterten Gassen, die sich durch Hollenderbyen schlängeln, sind so eng, dass man beim Vorbeigehen fast eine Umarmung mit dem Nachbarn riskiert.
Hollenderbyen hat seinen Namen von den Handelsbeziehungen mit Holland im 16. und 17. Jahrhundert. Man sagt, dass einige Teile von Amsterdam aus Holz gebaut wurden, das aus dieser Gegend stammt. Vielleicht ist das der Grund, warum die Holländer so gut im Käse machen sind – sie haben das Holz für die besten Käsebrettchen direkt aus Flekkefjord! Und während ich mit unzähligen Eindrücken durch die Strassen schlendere, stelle ich mir vor, wie einst Fischer und Händler hier ihre Geschäfte machten, während sie sich gegenseitig mit frischem Fisch und Holz überboten.
Vergesse dabei für einen Moment die Shopping-Mission und lasse einfach die Atmosphäre dieser bezaubernden Stadt auf mich einwircken, in der die Sonne strahlt, die Temperaturen steigen und ich auf der Terrasse einen Kaffee geniesse und bei leichter Briese in Gedanken zum nächsten Ausflugpunkt schwelge.
LINDESNES fyr
Als ältester Leuchtturm des Landes wurde dieser bereits 1655 in Betrieb genommen.

Lindesnes, der südlichste Punkt des Festlandes, ist ein Magnet für viele Besucher, die die Schönheit der «Norwegischen Riviera» geniessen möchten. Der Leuchtturm selbst ist nicht nur ein Wahrzeichen, sondern beheimatet auch das nationale Leuchtfeuermuseum. Wer die Aussicht vom Turm geniessen möchte, sollte den Aufstieg über die akrobatisch anmutenden Treppen nicht scheuen – der Blick über das Meer ist einfach fantastisch!
Nach der Aussicht zurück lässt sich in der Felsenhalle spannende Ausstellungen zur Geschichte der Leuchtfeuer und der Küstenkultur informieren.

Rund um den Fyr-Hügel zeugen noch heute viele Überreste von Festungsanlagen aus dem Zweiten Weltkrieg. Kanonenstellungen, Gefangenenhütte, Tunnelgängen und Schützengräben – erbaut von der Deutschen Wehrmacht.
LISTA fyr
Zwischen Flekkefjord und Farsund gelegen, bei dem Sonnenschein ist die Aussicht geradezu fantastisch. Doch um diesen zu erhalten, müssen erst die 134 Treppenstufen im 34 m hohen Steinturm erklommen werden. Die eine Seite die Listahalbinsel und die andere das Meer. Neben dem Leuchtturm finden Sie eine Kunstgallerie, ein Informationscenter und eine ornithologische Station.
Doch zur ultimativen Aussicht kam es nicht, nicht etwa wegen der hinter Wolken versteckten Sonne, sondern weil ausgerechnet heute die Bauarbeiten mit dem Erstellen des Gerüstes begonnen wurde.
Die Gerüstbauer wiederum keinen Grund sahen, uns trotzdem den Turm besteigen zu lassen, hiess es mit unverrichteter Dinge und Enttäuschung über das nichtbesteigen des Leuchtturm, richtung Farsund wieder unter die Räder zu nehmen.
Die Liste der Enttäuschungen beim Besuch des Listas Fyr könnte lang sein, aber fangen wir mal mit den 134 Treppenstufen an. Die Aussicht, die wir uns erhofft hatten, war wie ein geheimnisvoller Schatz – versteckt hinter einem Gerüst, das eher nach einem Bauprojekt als nach einem Leuchtturm aussah. Wer braucht schon Sonnenschein, wenn man einen Blick auf ein Gerüst werfen kann? Die Kunstgalerie und das Informationszentrum waren zwar nett, aber sie konnten den fehlenden Blick aufs Meer nicht ersetzen. etwa wegen der hinter Wolken versteckten Sonne, sondern weil ausgerechnet heute die Bauarbeiten mit dem Erstellen des Gerüstes begonnen wurde.

Schliesslich blieben wir mit einer Portion Enttäuschung und der Frage zurück: Warum ist der einzige Lichtblick an diesem Tag das Licht der Sonne, das durch die Wolken schimmerte und uns versprach, dass wir irgendwann doch noch eine tolle Aussicht bekommen würden – vielleicht beim nächsten Besuch, wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind. Bis dahin heisst es: ab nach Farsund und die gerüstfreie Aussicht geniessen!
Eine Herde frisch geschorener Alpakas sorgte dann für den Lichtblick des Tages – 18 freilaufende Tiere waren eine Augenweide. Diese sich erst um das frische Gras bemühten, die Touris zur Kenntnis nahmen, dann aber von ihrer Neugierde überrannt wurden, und zutraulich näherkamen, als würden sie uns schon ewig kennen. Das Ergebnis: Wer braucht schon einen Aussichtsturm, wenn man mit einer Herde Alpakas ein regelrechtes Fotoshooting veranstalten kann?
So wurde unser Tag doch noch zu einem tierisch guten Erlebnis!



Oh nein, die Touris haben das Loch im Zaun entdeckt!
Egal – die Merinowolle ist schon weg, haben sich andere bereits geschnappt!


UNDER
Inmitten der rauen, unwirklichen Schärenwelt eröffnet sich ein ganz besonderes gastronomisches Abenteuer: UNDER, ein Restaurant, das die Sinne verzaubert und die Grenzen zwischen Mensch und Natur auf faszinierende Weise verwischt. Hier, unter Wasser, in einer massiven Betonröhre, erleben die Gäste die Meereswelt hautnah – und das in einem Ambiente, das sowohl stilvoll als auch einladend ist.
Nur der Zugang zur Anlage ragt sichtbar aus dem Wasser heraus und bietet den Gästen einen eindrucksvollen Übergang von der Oberfläche in die faszinierende Unterwasserwelt.



Das Innere von UNDER ist als kleine Reise konzipiert, die den Alltag hinter sich lässt. Über einen Eingangsbereich auf Meeresniveau führt eine lange Treppe hinab in die Tiefe. Während man die Stufen hinabsteigt, verwandelt sich die Umgebung zunehmend – vorbei an einem stilvollen Lounge-Bereich mit Bar, der zum Verweilen einlädt und erste Eindrücke der Unterwasserwelt durch Panoramafenster gewährt. Hier beginnt die Distanz zur Oberfläche, fühlbar zu werden.

Unten angekommen, öffnet sich der Speisesaal wie ein geheimer Garten der Genüsse. Modernste Architektur trifft auf die lebendige Unterwasserwelt – ein Anblick, der die Herzen höherschlagen lässt. Nur 50 Zentimeter trennen die Gäste von den bunten Fischen und den schimmernden Algen, die vor den grossen Fenstern tanzen. Es ist, als ob man in das Herz des Ozeans blickt, während man in einem komfortablen Stuhl sitzt und die Meeresbrise spürt.



Im UNDER wird nicht einfach nur gegessen, sondern ein Erlebnis geschaffen. Der junge Chefkoch Nicolai Ellitsgaard und sein talentiertes Team zaubern mit frischen, einheimischen Produkten Gerichte, die nicht nur den Gaumen erfreuen, sondern auch die Seele berühren. Mit einem Fokus auf pure Aromen und hochwertigen Zutaten wird jedes Gericht zum Kunstwerk, das die Gäste auf eine geschmackliche Reise mitnimmt.






Die Wahl zwischen 10 oder 12 Gängen lässt Raum für Vorfreude und Spannung. Jedes Gericht erzählt eine Geschichte, und jeder Biss ist ein Schritt tiefer in die Geheimnisse des Meeres. Die Kombination aus intensivem Geschmack und dem Blick auf die lebendige Unterwasserwelt sorgt dafür, dass man die Zeit vergisst und ganz im Moment aufgeht. Hier geht es nicht um Schnelligkeit, sondern um Genuss in seiner reinsten Form.
UNDER ist mehr als nur ein Restaurant – Arch. Snøhetta hat mit UNDER für die Gebrüder Stig und Gaute Ubostad eine Brücke geschaffen, die die wilde Schönheit der Küste auf beeindruckende Weise in einen komfortablen, stilvollen Raum übersetzt – ein Restaurant, das mehr ist als nur ein Ort zum Essen.
Es ist ein Ort, an dem die wilde Schönheit der Natur und die Kunst des Kochens auf harmonische Weise miteinander verschmelzen. Ein unvergessliches Erlebnis, das die Gäste nicht nur kulinarisch, sondern auch emotional berührt. Kommt mit auf diese Reise ins Unterwasserparadies und lasst euch von der Magie des Ozeans verführen!
DIE ARCHITEKTUR
Die Architektur des Nordens ist geprägt von einem tiefen Verständnis für die Natur und die Landschaft, in der sie entsteht. Nutzt natürliche Materialien wie Holz, Stein und Glas, um harmonisch mit der Umgebung zu verschmelzen. Funktionalität steht im Vordergrund, wobei die Bauwerke oft darauf ausgelegt sind, den extremen Wetterbedingungen gerecht zu werden.


Der Einfluss des Ortes und der Landschaft ist unverkennbar: Die Bauwerke scheinen aus der Erde zu wachsen und fügen sich nahtlos in die Umgebung ein. Oft schlicht und klar in der Formensprache, was die Schönheit der Natur unterstreicht. Die Architektur reagiert auf die geografischen Gegebenheiten, sei es durch grosse Fenster, die den Blick auf die atemberaubende Natur freigeben, oder durch Dächer, die Schneelasten standhalten können.
Kunstsilo
Der Blick geht nach oben, der Kopf in den Nacken, und manchen steht tatsächlich der Mund offen. Aus einem Getreidesilo in Kristiansand ist eine Betonkathedrale geworden. An der Decke des rund 20 Meter hohen Foyers sind noch die Reste der durchtrennten Zylinder des Silos zu sehen, die wie eine brutalistische Wabenstruktur in den Raum ragen. Um die zentrale Halle herum erheben sich drei Stockwerke mit offenen Galerien, die auf jeder Höhe andere Blickachsen durch das Haus eröffnen – und die nebenbei auch die Ausstellungen des neu eröffneten Museums beherbergen. Doch nach diesem eindrucksvollen architektonischen Auftakt fällt es fast ein wenig schwer, sich auf die Kunst zu konzentrieren. Ein Besucher sieht sich genötigt zu entscheiden: Will ich Kunst sehen oder sieht die Kunst mich?





Kilden Performing Arts Centre
Die grossartige Architektur von Kilden sorgt sowohl für nationale Begeisterung als auch für internationale Anerkennung. Der architektonische Stil ist einzigartig, die Lage am Hafen und die Begegnung zwischen Künstlern und Publikum wieder. Kilden ist ein Treffpunkt der Kunst – Theater, Musik, Oper, Tanz und Ballett kommen hier zusammen.





weiter geht die Reise bei….
