Südnorwegen

Eksbjerg

Erst einmal hiess es, ein Hotel zu finden. Ein vorheriges Durchforschen der Hotels auf der ganzen Rundreise ergab für Esbjerg nicht gerade viel. Fünf Hotels in der Preisklasse zwischen gut und weniger gut. Trotz des angekündigten Umbaus im Hause haben wir uns mitten im Zentrum das Britannia angeschaut – und sind gleich geblieben. Eher in der oberen Preisklasse einzuordnendes mittlerweile zum Designhaus umgebaute Hotel. Wie sich herausstellen sollte, war es, ausser einem aus den 40er Jahren stammenden Aufzug, bereits fertig umgebaut.
„Hast du nach dem Preis gefragt?“ „Ähmm, nein. Wird aber schon nicht zu teuer sein!“ Die im Zimmer ausgewiesenen 1‘599.– Dänischen Kronen, liessen mich dann doch etwas….
Doch der Preis war es mir dann doch Wert. Ok, im Badezimmer war zwar das Design im Vordergrund, doch dafür lässt die Konstruktion etwas zu wünschen übrig. Besonders zu erwähnen ist das schlechte Licht. Nicht die Türe sollte ausgeleuchtet sein, sondern der Spiegel. Das Rasieren wird da richtig zur Gratwanderung zwischen schneiden und schneiden. Ihr versteht schon, was ich meine.
Bis zum möglichen Nachtessen war noch eine Menge Zeit, was uns nicht davon abhalten liess, Esbjerg noch etwas anzusehen. Die Betonung liegt auf etwas. Es war ja Samstagnachmittag und die Kreditkarten sollten zu Ferienbeginn noch etwas geschont werden. Am Rande das Hafens fanden wir vier schneeweise Männer auf Sockel sitzen. Neun Meter hoch sind sie. Jeder einzelne schaut den ganzen Tag auf die See hinaus, als ob sie auf etwas warten, was ihnen näher kommen sollte. Am liebsten würde ich die vier Herren gleich mitnehmen, ich wüsste da schon einen Platz an dem es ihnen im Mindesten gefallen würde. Ach ja die Hotelrechnung, die musste ich übernehmen. 850.– DKR waren es zu meinem Erstaunen dann „nur“. Ok, die zahle ich gerne.

LEGO

Von Esbjerg nach Hanstholm waren es knappe 300 km, dies behauptete zumindest unser kleiner Fremdenführer, das Navi. Also genügend Zeit den einen oder andern Umweg einzuschalten. Nach gründlichem Kartenstudium haben wir uns dann doch entschlossen, dem Legoland einen Besuch abzustatten. Wohlweislich für Kinder gedacht, haben wir doch viele andere grosse Kinder gesehen. Alleine das Legoland zu beschreiben könnte ein Buch füllen, doch das lassen wir hier einmal weg. Zusammen gefasst beschrieben – bis auf den Eintritt von 265 DKR – sehr empfehlenswert.
Habe ich schon erwähnt dass man dänische Kronen (DKR) durch etwa 5 teilen kann, und man erhält Schweizer Franken.

Hanstholm

Und weiter gehts, nicht wie erst gedacht direkt über die 15 nach Hanstholm, sondern ein kleiner Umweg über Thyborøn und der kurzen Fähre ein Stück der Küste entlang nach Hanstholm. Gemäss der Strassenkarte soll dies eine landschaftlich schöne Gegend sein. Soll? Sehr schön sogar. Ausser einer kleinen Steigung – topfeben. Hier hat es mehr Fahrräder auf der Strasse als andere Fahrzeuge.
Kurz vor Hanstholm kam dann plötzlich Wind auf, und der kurze Spaziergang über die Dünen wurde, jäh unterbrochen.
Das SømandsHjem (Seemannsheim) gleich unten im Hafen, sollte für diese Nacht unser Hotel sein. Ein einfaches, doch gleich neben der Fähre zur Überfahrt nach Norwegen sehr gut gelegenes Hotel.
Die ersten an der Fähre standen schon um 06:00 Uhr an. Und dies obwohl die Fähre erst um 09:30 fuhr. Die Zeit verstrich und immer mehr standen an. Nicht nur PKW’s, sondern jede Menge Wohnmobile in unterschiedlichster Grösse. An die 200 Fahrzeuge sollten es sein. Nicht nur die, auch wir konnten es kaum erwarten auf die Fähre zu fahren. Claudia war diesbezüglich nicht so euphorisch wie ich. Kurz nach 09:00 war es dann soweit, einfahren in die Fähre. Rampe hoch, noch eine, in der dritten Rampe – Stopp. Handbremse anziehen – geparkt.
Die Fähre, ein Katamaran, sollte uns in 2h nach Kristiansand bringen. Bis zu 41 Knoten schnell soll sie sein, die Fjord Cat. Zu unserem Glück war die See sehr still – Vollgas also.
Unsere Sitzplätze auf dem Deck waren schnell gefunden. Ablegen, es kann losgehen. Die Fahrt aus dem Hafen war ziemlich gemächlich. Bei der Schlängelfahrt nicht weiter verwunderlich, doch kaum aus dem Hafen raus sah die Fontäne vom Jetantrieb schon ganz anders aus. Der Fahrtwind draussen, ja, das ist doch schon ein sehr vernünftiges Tempo. Haare auf Sturm, Ohren einziehen sonst heben wir ab. Draussen zu stehen ist nicht sonderlich spannend. OK, man sieht die Fontäne doch das Aussendeck vielmehr der Balkon ist voll von Rauchern, so dass man kaum Platz hat.

Norge

Auf die Minute, 2h später ist Kristiansand erreicht. Nicht nur, dass das Einladen schon erstaunlich schnell ging, das Ausladen hingegen war geradezu Weltrekordverdächtig. Runter vom Hafengelände rein in die Stadt. Passkontrolle gibt es keine, Norwegen ist ja in der EU. Auch gut, zumindest was die Passkontrolle betrifft.
Die erste Tat in Kristiansand heisst, ein Hotel suchen. Beim Dritten immer noch: „Sorry, full bookt“. Hoppla, das kann ja heiter werden. Im SAS Radisson sollten wir Glück haben, zwar zu einem Preis zu dem andere gleich Hotels kaufen, doch wir hatten ein Zimmer.
Kristiansand ist, obwohl es die erste Hauptstadt Norwegens war, in der Erscheinung nicht wirklich Norwegen. Kommt eher Mitteleuropa gleich, besonders dann, wenn man den Norden schon bereist hat und das eine oder andere bereits kennt. Für uns der Einstieg unserer Norwegenreise.

Weiter führte uns die Strasse frühmorgens teilweise der Küste entlang, nördlich Richtung Stavanger. Ein nächstes bewusstes Ziel für mich war Stord. Der Weg bis nach Stord entschieden wir Meter für Meter. Doch Stord wollte, musste, ich hin. Da soll der grösste Kran der Welt stehen.
Auf der 44 vorbei an Mandal mit seinen prachtvollen Holzhäusern und der grössten Holzkirche (1‘800 Personen) Norwegens. Einmal mehr stellen wir fest, dass die Kirchen geschlossen sind, ausser es wird drinnen ein Event durchgeführt. Aber dennoch, ein Stopp in Mandal: Eine Selbstverständlichkeit.

Fekkefjord

Flekkefjord an der Sonnenküste. Eine Stadt mit acht Ecken.
Ein kleines, mit Mandal vergleichbares, „unscheinbares“ Städtchen in dem wir für eine Nacht im Hotel Maritim Fjord hängen blieben. Wie schon verschiedene Dörfer auf dem Weg hinter uns, hat es auch hier viele kleine weisse sehr gepflegte Holzhäuser. Ein Tick des Städtchens sind die acht Ecken. Diese findet man wiederholt an der Holzkirche, welche zufälligerweise offen war, und dem einen oder andern Haus. Man soll sogar auf gewissen Bekleidungsstücken verschiedentlich Achteck-Muster gefunden haben.

Der Weg über Egersund führt durch eine sehr faszinierende Gegend. Mal durch sehr flache Landschaft für die Landwirtschaft, dann jedoch wieder mitten im felsigen Gelände, welches bei uns zu Hause erst ab 2000 Meter den Weg kreuzt.
Der Tag ist noch jung und bei der nächsten Strassenverzweigung fahren wir rechts Richtung „Lista Fyr“. Lista eine kleine Halbinsel ist sehr Idyllisch gelegen. Das Durchfahren der Halbinsel wird mit 20 NOK „gebüsst“. Am Ende steht der knapp 40 Meter Hohe Leuchtturm, welcher, sofern das Museum offen ist, bestiegen werden kann. Den Rückweg zurück auf die 44 überliessen wir dem Navi. Eine Strasse quer über Land nach Feda, welche als Wohnwagen untauglich deklariert ist, war die reinste Freude. Unglaublich die Abwechslung der Landschaft. Nirgendwo haben wir einen solchen Wechsel gesehen. Was bisher als entweder-oder galt, ist hier völlig durcheinander. Felder, Wälder, schroffe Felsen, versteckte Seen, starke Steigungen, ebenso das Gefälle. Einfach alles, einfach traumhaft.
Kaum auf der 44, kurz vor Feda, alles wieder wie strukturiert. Die 44 mit all ihren Nebenstrassen, eine sehr empfehlenswerte Gegend.
Ein paar Kilometer vor Stavanger erreichen wir Sandnes. Gemäss verschiedenster Werbung soll hier das grösste Einkaufscenter Norwegens sein. Mal schauen was unser Navi dazu meint…
Hoppla, muss wohl von Bedeutung sein. Das Kvadrat ist sogar im Navi drin, welches uns kurzum den Weg dorthin erklärte.
Nach dem Durchforsten der 160 Läden ging es weiter ins 15 km entfernte Stavanger. Was bisher mehr oder weniger als Hauptstrasse fungierte, war nun eine Autobahn – nein, das Tempo sollte deswegen nicht höher werden. Was sich ändern sollte, war die Maut. Alle paar Kilometer 13 NOK Maut.

Stavanger

In Stavanger ein Hotel zu finden, schien an ein Wunder zu grenzen – schon Tage zuvor. Vor Ort erst recht. Doch mit etwas Beharrlichkeit haben wir sogar für 2 Nächte ein Appartement an bester Lage bekommen. Noch besser gelegen sind nur noch 2 der teuersten Hotels in der Stadt. Der Glaube, mit dem Fjordpass ein Hotel zu finden, mussten wir schnell begraben. Um es vorwegzunehmen – auch auf dem Rest der Reise: Ausser Spesen nichts gewesen. Der stark angepriesene Fjordpass nützt in den Städten nicht wirklich. Doch das Appartement vom Hotel Lille (Low Budget) in Stavanger können wir bestens empfehlen.
Schon vom ersten Bummel durch das Hafengelände, bei dem auch die meisten Geschäfte zu finden sind – die Kreditkarte in Ehren – sind wir sehr positiv überrascht. Doch – hier gefällt es mir, sehr sogar. Fast zu gut.
Ein Hauptbestandteil unseres Besuches in Stavanger soll das Ölmuseum sein.
Vorweggenommen, ein Muss! Die Gliederung des Museums, die Erklärung über die Entwicklung der Oelförderung ist sehr gut gemacht. Wir haben das Oelmuseum in 90 min geschafft. Im Hinblick auf Stavanger, und dem was wir uns noch alles anschauen möchten, sind die 90 min. in Ordnung. Wer jedoch alles erklärt haben möchte, ev. mit Führung, der sollte etwas mehr Zeit mitbringen.
Über die neugestaltete Hafenanlage, in dem wiederholt nicht nur grosse Kreuzschiffe sondern auch Segeljachten Halt machen, gelangen wir in die Altstadt von Stavanger.
Stavanger ist sehr hügelig gebaut. Dies merkt man spätestens beim „Lädele“ wenn man auf der einen Seite auf der Etage „0“ ins Haus geht, jedoch in der Etage „1“ wieder rauskommt.
Nach unzähligen Sehenswürdigkeiten und einer letzen Übernachtung in unserem Appartement heisst es frühmorgens Abschied nehmen.

In einem Tag nach Bergen. Selbstverständlich nicht über die E39, sondern über die Wikingerinsel Karmøy nach Haugesund. Um die Fähre nach Skudeneshavn zu erreichen mussten wir uns schon um 05:30 von der Bettdecke verabschieden. Die Fähre ab Mekjarvik fuhr bereits um 07:35.
In Skudeneshaven habe ich trotz Navi, oder vielmehr wegen dem Navi die Abzweigung verpasst. Claudias Instinkt kurz zuvor war richtig. Im Nachhinein stellte sich heraus, zum Glück. Anstelle der 47 auf der Wikingerinsel Karmøy sind wir auf der 511 eine Wohnwagen untaugliche Strasse, bis nach Haugesund gefahren. Auch hier wieder das gleiche wie von Lista weg – äusserst Sehenswert.

In Haugesund wieder auf der 47, kam bei Bjelland wieder die E39 welche uns nun nach Bergen bringen soll.

Stord

Kurz vor Stord, für mich dem Tageshauptziel ging es erst einmal in einen Tunnel. 8% Gefälle werden angezeigt. 8% bei 0.00 Meter über Meer. Für die Hölle ist es doch noch etwas zu früh – bei -264 Meter hiess es dann wieder 8% Steigung. Naja, von der Wärme war noch nicht viel zu spüren, muss ja auch nicht. Kaum aus dem Tunnel raus, standen wir auf einer grossen Brücke – erst unter dem Wasser durch und dann oberhalb. Wir waren in Stord.
Nach ein paar Fehlfahrten, wo der besagte Kran stehen könnte, haben wir ihn dann doch noch gefunden. Der steht sicher auf einem Firmengelände? Macht nichts, Tor ist offen – Zufahren. Und so standen wir da, vor ihm. Fotoapparat raus, Knipsen was das Zeug hält – geht nicht, das 17er Weitwinkel ist zu klein. Einfach zu klein. Verdammt, ist der gross.
K10‘000 wie der Kran heisst ist nicht nur 100 Meter hoch, sondern auch 100 Meter in der Spannweite. Und als Unterstützung für den Service, hat er selber noch einen Kran oben drauf. Es gelang doch noch, das mit den Fotos. Ich hatte ihn, den grössten Kran der Welt. Der Zufall wollte es dann auch noch, dass die beiden Ölplattformen daneben, selbstverständlich als „Erinnerungssujet“ hinhalten durften.
Und das mit dem Firmengelände – ich war einfach schnell genug.
Ein paar Kilometer und mit einer weiteren Fähre gelangen wir nach Bergen.

Merkwürdiges:
Det gamle rådhuset – Das im Jahre 1560 errichtete „alte Rathaus“ tagt heute der Stadtrat vom Bergen. Zu früherer Zeit beherbergte „Det gamle rådhuset“ Geisteskranke, Hexen, Kriminelle und dgl.

Vandalismus:
Die Idee auf die angrenzende Insel zu fahren mussten wir beim Auto wieder verwerfen. In der Nacht auf Sonntag hatten ein paar Jugendliche nichts Besseres zu tun als ca. 40 Fahrzeuge im Parkhaus mit Pulverlöschgeräten „einzucremen“. Frisch eingeschneit hätte kaum besser ausgesehen. Selbstverständlich wünscht man dies niemandem, erst recht nicht mit solchen Mitteln. Nach ein paar Telefonaten, in denen unsere Garage von einem Weiterfahren dringend abgeraten hat, sahen wir unser Fahrzeug auf dem Abschleppwagen davonfahren und wir marschierten ohne Inselausflug zu Fuss Richtung Hotel zurück.
Nach dem erstem Schock, die Freude über die Auskunft seitens Garage in Bergen. Weil wir auf eine Weiterfahrt verzichtet haben, konnten wir Schlimmeres verhindern. Nach dem Auswechseln zweier Luftfilter und Reinigung des Fahrzeuges können wir unsere Ferien doch noch fortführen.

Erstaunliches:
Was uns sehr schnell auf unserem Weg aufgefallen ist, sind die „Frisöre“. Das Verhältnis zu den Einwohnern ist etwa 10:1. Es muss so sein, wenn nicht sogar noch kleiner. Dies hinterlässt zumindest den Eindruck deren. Wir haben noch nie auf einem so kleinen Raum so viele Frisöre gesehen. Was wir ebenfalls nicht sahen, war, dass auch nur einer keinen Kunden hatte. Ausser es war Sonntag.

Bergen

Der Unterschied zu unserem letzten Besuch ist lediglich der, als dass Norwegen noch teurer wurde. Die MwSt. ist mittlerweile bei 25%. Das Preisniveau das der Schweiz. Plus eben die 25% MwSt.. Diese Erkenntnis gilt selbstverständlich für ganz Norwegen und nicht nur für Bergen.
Eine 4 dl Cola kostet im Restaurant etwa 8 CHF. Ein Mac etwa 15, und ein „normales Essen“ kostet schnell mal 35 CHF. Das Niveau für Alkohol liegt entsprechend höher – eine Stange (Tulpe) liegt bei 12 CHF.
Ebenfalls im hohen Segment liegen Eintrittspreise für Museen jeglicher Art. Da scheint es Landesweit eine Einheitsklasse zu gegen – die der Firstclass.
Beim Bummeln quer durch Bergen darf der Besuch bei Brygge nicht fehlen – ein paar alte Häuser aus dem 18. Jahrhundert. In mehr oder weiniger gutem Zustand. Dank der Ernennung durch UNESCO zum Weltkulturgut wird Brygge heute zeitgemäss sehr aufwendig renoviert.


Was auffällt sind die vielen Plätze. Für mich eine stadtplanerische Freude. Parks, Flächen zum verweilen wie noch selten in einer Stadt gesehen.
Eine Sehenswürdigkeit soll der Fischmarkt sein – ehrlich gesagt: Eine Enttäuschung. Das hat nichts mehr mit Fischmarkt zu tun. Markt ok, doch als Sehenswürdigkeit ist dies nicht zu bezeichnen. Der Fløy hingegen schon.
Der Fløy, der Hausberg von Bergen. Tags durch wie nachts, ein toller Ausblick über Bergen. In 7 Minuten mit der Standseilbahn, der Fløybanen, von 0 auf 320 Meter. Du wirst begeistert sein.
Durch die zusätzlichen Tage, welche wir durch das Fahrzeugfiasko in Bergen verbringen müssen, sehen wir noch die eine oder andere Ecke Bergens. Uns fällt vor allem auf, dass in Bergen im Vergleich zu anderen Ortschaften sehr viele junge Menschen sind. Bis auf 2 Schweizer gibt es hier wohl nur Italiener, oder liegt das vielleicht an den Kreuzfahrtschiffen die im Hafen liegen?

Nachdem wir unsern Audi trotz grossem Misstrauen, wieder bei der Garage abholt haben, waren wir noch nicht sicher, wie es weitergehen sollte. Welches ist der kürzeste Weg nach Hause? Trotz der Zuversicht des Kundendienstberaters, welche wir überhaupt nicht teilten, und von der uns nach anfänglicher Euphorie, gänzlich im Stich gelassenen Totalmobil, fuhren wir also weiter. Der Weg führte uns über die E39, E16, quer durchs Gelände über die 7 und 13 nach Lofthus. Bei Kvandal wollten wir erst mit der Fähre rüber, doch wie so oft kommt man die gewisse Sekunde oder den einen Schritt zu spät. Entweder 1.5h warten, oder den etwas nördlichen Umweg durch den 7512 Meter langen Tunnel und bei Bruvarik die kurze Fähre nehmen.
Von der äusserst schönen Gegend am Hardangerfjord haben wir nicht wirklich viel gesehen. Regen pur – bis runter auf die Strasse. Also bevorzugen wir den „Umweg“ über Bruravik. Schlussendlich waren wir so viel schneller, und bereits im Hotel, bevor die Fähre bei Kvandal fuhr.

Ullensvang

Ullensvang nennt sich das Hotel. Ohne grosse Kenntnisse über das Haus und doch im Wissen, es hat eine Wellness-Landschaft, buchten wir über Fjordpass gleich 2 Nächte. Etwas Entspannung nach den vergangenen Tagen tut gut.

Hotel Ullensvang, Claudia wie ich, wissen nicht wie beschreiben. Einfach nur – WOW. Von aussen eine Schlossähnliche Erscheinung, im Innern eine Mischung zwischen Traum und Wirklichkeit. Hier lässt es sich aushalten, auch wenn es regnet. Die parkähnliche gestaltete Umgebung des Hotels überzeugt genauso wie das innere des Hotels. Das Zimmer bezogen, umgezogen, ab ins Wellness. Eine Wohltat.

Der nächste Tag sollte besser werden, nicht mehr Regen, sondern lediglich bewölkt. Der Weg führte uns nach Thyssedal ins alte Kraftwerk.
Nach einer bebilderten Einführung im Museum über die Geschichte des Abbaus von Karbit und die Zinkfabrikation, für welche das Wasserkraftwerk gebaut wurde, sahen wir uns die grosse einhundert Meter lange architektonische sehr eindrückliche Maschinenhalle, in deren auch Escher Wyss stark vertreten ist, an.
Bei der anschliessenden Fahrt zu Stausee hoch wollten wir natürlich wissen wo das Wasser herkommt. Schade nur, dass das Standseilbähnchen „Out of Service“ war. Das wäre eine Fahrt gewesen.
Etwas später ging es wieder nach Ullensvang zurück.

Eine längere Fahrt lag vor uns. Nicht nur für Claudia und mich, sondern auch für unsern A8. Die Bewährungsprobe über den Hardanger. Vorbei an zahlreichen Wasserfällen und toller Landschaft, ging es langsam in die Berge des Hardanger. Eine sehr faszinierende Landschaft, voller Geheimnisse, was die nächste Kurve bringt.
Der kurze Zwischenhalt an einem der unzähligen Seen, galt dem Picknick. Dies wiederum wurde durch die Kontrolle des Auspuffes etwas getrübt. Aus dem Auspuff tropfte eine gallertartige Masse – Löffelweise. Also doch, der Auspuff wurde nicht gereinigt.

Ein Anruf bei Totalmobil von wegen Information über die Ereignisse, brachten nichts ein. Kurz gesagt: Es war Totalmobil egal.
Doch die überwiegende Landschaft, hat das Getrübte wieder aufgehellt. Über den Hardanger sollten wir die Passstrasse nehmen und auf die „Autobahn“ verzichten. Nicht ganz einfach zu finden, die alte Strasse. Doch mit Hilfe unseres Fährtenlesers keine Grössere Anstrengung. Gewichtslimite, Anhängerverbot und 3 Meter Strassenbreite, das wird knackig. Nach ein paar hundert Meter wird die Strasse ganz schön eng, die Kurven ganz schön steil. Wer die Tremola am Gotthard kennt, kann sich den Weg in etwa vorstellen. Einfach ein Traum – solange keiner entgegen kommt. Auf rund 1‘200 Meter über Meer ging es wieder runter. Unzählige Schafherden, auch welche auf der Strasse, kreuzen unseren Weg. Hin und wieder mal ein Auto.
Der Hardanger scheint im Winter ein grosses Skigebiet zu sein, dies wiederspiegelt sich vor allem in den Skiliften und den zahlreichen Neubauten.
Die alte Passstrasse ist vorbei und weiter geht die Fahrt bis zum nächsten Pass auf der „Autobahn“. Die nächste Passfahrt sollte nicht weniger interessant sein als die vorherige.
Langsam aber sicher fahren wir Skien (Schien) entgegen. In Skien wartet der Telemark-Kanal auf uns.

Skien

Wie an anderen Stationen unserer Rundreise erwartet auch uns in Skien ein Festival. Die Norweger ein Volk voller Festbrüder. Bleibt nichts anderes übrig als uns da anzuhängen. Der nächtliche Hardrock von der Bühne war uns dann doch etwas zu viel.
Früh raus heisst die Devise. 08:30 Uhr soll das Schiff auf dem Telemark-Kanal fahren….

Unter Reiseberichte –  Telemark-Kanal

Ereignisvollen Tag sinken wir ganz schön müde ins Bett.
Langsam aber sicher zieht es uns nach Kristiansand – die Fjord Cat wartet. Der Weg, ein nächtlicher Aufenthalt in Ardenal und wir waren dem Süden von Norwegen schon sehr nahe.
Um 15:00 Uhr fährt die Fjord Cat ins dänische Hanstholm.

… Liebe Gäste, wir Begrüssen Sie auf der Fjord Cat in 2h nach Hanstholm. Unsere Fahrt wird etwas unruhig, wir erwarten 2 Meter hohe Wellen….
Na, das kann ja heiter werden. Der Orkan hinten auf dem „Balkon“ sollte dem Kapitän recht geben. Nicht nur eine starke Brise, auch etwas Gischt war spürbar. Also nichts wie rein ins trockene. Wobei der eine oder andere trotz dem Schaukeln und nass werden draussen blieb. Wohl des „Gefühls“ wegen.
2h später sahen wir uns in Dänemark wieder. Runter von der Fjord Cat. Wie in Norwegen, auch in Dänemark, keine Zollkontrolle. Kurzum wir sahen uns auf der 29 weiter Richtung Århus.

Quer durch den Limfjorden, eine sehr flache Gegend. Die Meinung, nur Holland sei flach, wird hier widerlegt. Dänemark ist mindestens so flach. Je näher wir uns Århus näherten, umso schlechter wurde das Wetter schlechter. Bis hin zu Regen. In Århus angekommen, galt es erst mal ein Hotel zu finden. Doch welch eine Überraschung – das nächste Festival erwartete uns.
Nach dem einen oder andern Nachfragen, faden wir ein Hotel am Hafen unten. Die Nacht sollte dann für uns etwas unruhig werden. Das Konzert auf der andern Strassenseite war nicht nach unserem Geschmack.
Nach dem Frühstück sahen wir uns vor der Weiterfahrt mal Århus an. Was die Kreditkarte betrifft, zu interessant. Das war ein laaaanger Bummel durch Århus. Im Laufe des Nachmittags fuhren wir über die E20 nach Odense weiter. Der Weg über den Store Bælt hat mir dabei am besten gefallen.
In Odense selber haben wir nur übernachtet und früh morgens weiter Egeskov eines der schönsten Schlösser zu besichtigen – das Tagesziel war dann Køge. Eine der ältesten Städte Dänemarks.
Einige Häuser in Køge sind wahrlich krumm und schräg. Derart krumm als sei es kaum vorstellbar das sie nicht einstürzen. Eine sehr interessante Stadt.

Der Urlaub geht in die letzten 2 Tage. Der eine Tag fahren wir nach Hamburg und am letzten dann nach Hause. Doch bevor wir die Fähre in Rødby nehmen, der Zwischenhalt im Holmegaard. Der Glasbläserei in Dänemark. Während der Besichtigung können wir es nicht lassen, unsere eigenen Gläser zu blasen.
Rødby – die letzte Fähre stand vor uns. Der Weg zu ihr fanden wir nicht wie unser Navi über die Autobahn, sondern über die Hauptstrasse. Der Weg nach Puttgarden fand dann die Fähre auch ohne Navi. Dies hat sich von unserem strikten weigern die Autobahn zu befahren, entspannen können.
Die Strasse nach Hamburg überliessen wir dann wieder dem Navi.

LETZTER TAG:
06:45 Uhr stehen rund 860 Kilometer vor uns. Das Navi ist programmiert – los geht es.
Erst einmal etwas kompliziert aus Hamburg heraus, fliegen wir vollgetankt über die A7 südwärts Richtung Kassel. Trotz der fortgeschrittenen Tachonadel scheinen wir die langsamsten zu sein. Im Gegensatz zu Norwegen darf hier geflogen werden. Wie sich herausstellt besonders jene mit 4 Ringen auf der Haube.
Ein Frühstück unterwegs und 5h später flogen wir an Frankfurt vorbei.
„Wen das so weitergeht, sind wir um 17:00 Uhr zuhause?“  Auch nicht schlecht. Doch beschwören wollen wir das Ganze nicht. Fahrerwechsel, tanken – weiterfahren.
17:00 Uhr sollten wir zuhause sein. Wir waren es, sogar bereits um 16:00 Uhr. Unglaublich aber wahr, Hamburg – Wolfwil – KEIN STAU, nichts. Absolut nichts.ückblickend zu sagen, waren die drei Wochen mit den 4404 Kilometer einfach.

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